Kleintierpraxis Claudia Lux

Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

 

Mein Hund hat draußen etwas verschluckt!

 

Der Fall des kleinen Jakob ging glücklicherweise gut aus, aber leider kann es auch mal anders kommen. Wenn Hunde beim Spaziergang plötzlich etwas verschluckt haben, man als Besitzer nicht rechtzeitig reagieren konnte oder der Hund einfach in diesem Moment nicht auf mich hören möchte.

Wie kann ich möglichst angemessen auf eine solche Situation reagieren? Jakob hatte wahrscheinlich in gutem Glauben, dass ihm niemand etwas Böses will, die Wurst und auch das Gift aufgenommen. Es gibt Hunde, die leider alles aufnehmen, was ihnen angeboten wird, das kann auch schon mal ein Giftköder oder eine mit spitzen Fremdkörpern gespickte Wurst sein. Diesen Hunden ist es oftmals schwer beizubringen, dass die gut duftenden Sachen nicht zum Essen da sind. Allerdings sollten wir versuchen, unsere Hunde auf ein Kommando zu trainieren, um im Notfall zu erreichen, dass sie eben nicht alles ins Maul nehmen. Üben Sie diese Situationen, indem Sie z.B. etwas zu Essen vor seine oder ihre Füße legen, welches erst dann genommen werden darf, wenn Sie das entsprechende Kommando geben. Auch in der Hundeschule können Sie solche Situationen trainieren. Wenn Sie aber jetzt trotz aller Vorsicht nicht verhindern konnten, dass Ihr Hund etwas gefressen hat, so gibt es einige Dinge, die zu beachten sind.

Für den Fall, dass Sie noch etwas von dieser Substanz finden können, so ist es gut, wenn Sie dieses mit zum Tierarzt nehmen. Vielleicht ist ja eine Bestimmung des Giftes möglich und eine adäquate Gegenmaßnahme kann eingeleitet werden um ihren Hund vor Schaden zu bewahren.

Wenn möglich, kündigen Sie Ihr Kommen telefonisch an, damit schon entsprechende Vorbereitungen in der Praxis getroffen werden können. Hier kann jede Minute entscheidend sein!

Manchmal ist es möglich, einen Hund erbrechen zu lassen, wenn er rechtzeitig in die Praxis gebracht wird, ggf. muss aber vorher ein Röntgenbild angefertigt werden, um einen spitzen Fremdkörper auszuschließen. Auf jeden Fall muss dafür gesorgt werden, dass Kreislauf und Atmung stabil bleiben, d.h. wahrscheinlich wird Ihr Hund auch eine Infusion oder im schlimmsten Fall sogar eine Narkose mit Sicherung der Atemwege durch Intubation benötigen. Ihr Tierarzt entscheidet immer im Einzelfall, welche Maßnahmen nötig sind. Für diese Entscheidung ist es hilfreich etwas über die aufgenommene Substanz zu wissen. Bei Jakob war es nötig, ihn über einen langen Zeitraum in Narkose zu halten, um ihm immer wieder den Magen und Darm spülen zu können. 

Wenn die Gifte schon in den Kreislauf gelangt sind, dann ist es für das Überleben Ihres Hundes entscheidend, dass  solche Maßnahmen entsprechend lange durchgeführt werden um beurteilen zu können, ob und wann eine Besserung erreicht werden kann.

Nach all der Aufregung sind Jakob und sein Frauchen überglücklich, dass es ihm jetzt wieder gut geht. 

 
  

 

  

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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